Drehleier

Moderator: beate_r

Nicole Doll
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Drehleier

Beitrag von Nicole Doll » So 19. Aug 2018, 08:16

Ich habe an anderer Stelle gepostet:
Hallo Bluesky,

Hobbyinstrumentenbauerin? Was baust Du denn da so. Bei mir als Flugmodellbauerin geistert im Zusammenhang mit der Mittelalter-Musik schon einige Zeit die Idee durch den Kopf eine Drehleier zu bauen. Kennst Du dich vielleicht mit so etwas aus? - Ich könnte mir eine Drehleier für 2000 oder 3000 € professionell bauen lassen, das Geld habe ich aber nicht übrig. Gebraucht bei Ebay kannst du es vergessen :cry: . Da wurde letztlich so ein - ziemlich einfaches und billiges - Teil gebraucht für 850 € ersteigert, das neu knapp 600 € kostet :shock:. Es lebe der alltägliche Wahnsinn!! :mrgreen: - Vielleicht ist bei dem Ding noch der Resonanzkörper verzogen, die Lager sind ausgeschlagen und das Rad eiert :? .

Also wenn Du zu dem Thema etwas zu sagen hast, bitte per PN oder in einem eigenen Thread.

LG Nicole

Hallo Bluesky,

der Resonanzkörper der Akustikgitarre oder der Violine könnte doch schon einmal prinzipiell bei einer Drehleier funktionieren. Mit Kurbeln, Kugellagern, Rädern und so was kenne ich mich vom Flugmodellbau her gut aus. Wenn Du mir also erklären kannst, wie ich einen gut klingenden Resonanzkörper hin bekomme, geht es mir gleich besser und ich sehe positiv in die Zukunft.

Und damit wären wir beim Kern der Sache. Ich brenne jetzt regelrecht auf eine Klangprobe!

LG Nicole

PS: Auf Schönheit und elegantes Aussehen kommt es mir nicht so an. Meine Drehleier soll "nur" gut spielbar sein und einen angenehmen Klang haben.
Zuletzt geändert von Nicole Doll am So 19. Aug 2018, 10:09, insgesamt 1-mal geändert.

Bluesky
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Beitrag von Bluesky » So 19. Aug 2018, 08:55

Huhu Nicole,

ich hab für die Drehleier mal Dein eigenes Thema eröffnet. Da kann es dann losgehen. :P

Liebe Grüße
Bluesky

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Re: Drehleier

Beitrag von Bluesky » So 19. Aug 2018, 09:07

Nicole Doll hat geschrieben:
So 19. Aug 2018, 08:16
wie ich einen gut klingenden Resonanzkörper hin bekomme
Hallo Nicole,

der Resonanzkörper ist eigentlich nicht der große Faktor. Er muss Volumen und genug Elastizität wie Stabilität haben um einerseits die Saitenlast zu tragen und trotzdem aber nicht zuviel Dämpfung dadurch abbekommen.




Und hier gibts ein Wordpress über die bisherigen Kastenformen:

https://drehleierblog.files.wordpress.c ... ersion.pdf

Ich müßte mich da auch erstmal "durchstudieren". Hab ich ja auch noch nie gebaut.

Zur Resonanz gilt aber auch hier die gemeingültige Berechnung:

http://www.raabe.de/go/?action=DocDownl ... ode=inline

Ich würde aber erstmal pragmatisch vorgehen und eine Laier aus Sperrholz und Kiefernleisten bauen. Nur um zu sehen worauf es schlußendlich ankommt. Klingen wird das schon. Alles klingt, wenn es schwingen darf. Hab ich bei meiner ersten Gitarre auch so gemacht. ;-)

Zum Erfahrungswerte sammeln optimal. Und man gibt nicht soviel Geld aus. ;-)

Liebe Grüße
Bluesky

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Re: Drehleier

Beitrag von Nicole Doll » So 19. Aug 2018, 09:10

Huhu Bluesky,

jetzt hast Du mich mit dem neuen Thread "regelwidrig" rechts überholt - aber macht nichts. Dann stelle ich es eben hier rein.

Also für alle die es vielleicht interessiert: Hier sind zwei meiner Flugmodelle, die ich entworfen, gebaut und fliegen gelassen habe (das ist Präzision aus Holz).

LG Nicole
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Re: Drehleier

Beitrag von Nicole Doll » So 19. Aug 2018, 09:45

Bluesky hat geschrieben:
So 19. Aug 2018, 09:07
Ich würde aber erstmal pragmatisch vorgehen und eine Laier aus Sperrholz und Kiefernleisten bauen. Nur um zu sehen worauf es schlußendlich ankommt. Klingen wird das schon. Alles klingt, wenn es schwingen darf. Hab ich bei meiner ersten Gitarre auch so gemacht. ;-)

Zum Erfahrungswerte sammeln optimal. Und man gibt nicht soviel Geld aus. ;-)
Hallo Bluesky,

so vom Klang her sollte es am Ende dem in dem Video möglichst nahe kommen. Manche billige Drehleiern, die in Videos vorgeführt werden, klingen nervtötend bis grauenhaft. Und daran ändert auch der beste Musiker nichts, der sie spielt.

So ein einfacher Prototyp aus Sperrholz mit zwei Melodie-Seiten (Oktave), zwei Bordun-Saiten (Quinte) und einer Schnarrsaite sollte da erst einmal zielführend sein. Die Mechanik würde ich dann so vereinfachen, dass ich Wahlweise in F-Dur / D-Moll oder C-Dur / A-Moll spielen kann (also F G A B H C D E F'). Das sollte für die ersten Klangexperimente ausreichen.

Mal sehen, ob ich so ein Ding über den Winter fertig bekomme.

LG Nicole

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Re: Drehleier

Beitrag von Bluesky » So 19. Aug 2018, 09:49

Nicole Doll hat geschrieben:
So 19. Aug 2018, 09:45
Mal sehen, ob ich so ein Ding über den Winter fertig bekomme.
Hallo Nicole,

das hört sich doch vernünftig an. :P

Du kannst ja auch gerne hier in Text und Bild über den Baufortschritt berichten. Das wäre interessant.

Liebe Grüße
Bluesky

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Re: Drehleier

Beitrag von Nicole Doll » Mo 20. Aug 2018, 10:34

Hallo Bluesky und Beate,

ich bin gerade bei "Bluesky and Wood" auf Beates "sezierte" Violine gestoßen. Und da hatte ich doch gleich wieder eine Idee. Meine Mutter hat irgendwann vor ewigen Zeiten einmal Laute gespielt, und ein echter Messie wirft nichts weg. Also habe systematisch das ganze Haus durchsucht - und wurde fündig.

Der Korpus ist aus dem Leim gegangen und verzogen und der Hals wackelt. Aber so etwas lässt sich doch reparieren. Als ich vor vielleicht 50 Jahren anfing Gitarre zu spielen, hatte ich schon einmal daran gedacht. Dann war es aber einfacher eine gebrauchte Gitarre anzuschaffen.

Vielleicht sollte ich das Teil zunächst als Laute wieder spielbar machen. Dabei könnte ich alle Teile einschließlich der Lager für das Rad bereits einbauen und die benötigte Aussparung aussägen. Am einfachsten wäre es dann wohl die Tastenmechanik einfach auf den Hals drauf zu setzen und sonst alles so zu belassen. Trotzdem muss ich die Statik an den extrem schrägen Saitenzug über das Rad hinweg anpassen.

Ich habe die fünf verbliebenen Saiten einmal grob gestimmt und ein paar Akkorde geklimpert. Der Klang ist zwar schräg und verstimmt, sollte nach einer Reparatur aber recht gut sein.

Liebe Grüße
Nicole
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Re: Drehleier

Beitrag von Bluesky » Mo 20. Aug 2018, 11:22

Nicole Doll hat geschrieben:
Mo 20. Aug 2018, 10:34
Dabei könnte ich alle Teile einschließlich der Lager für das Rad bereits einbauen und die benötigte Aussparung aussägen. Am einfachsten wäre es dann wohl die Tastenmechanik einfach auf den Hals drauf zu setzen und sonst alles so zu belassen. Trotzdem muss ich die Statik an den extrem schrägen Saitenzug über das Rad hinweg anpassen.
Ja, dazu müßtest Du die Decke abnehmen und mit Ahorn (Kastenbauweise) versteifen. Oder einen großflächigeren Steg oberhalb der Decke anbringen.
Eine Kurbel und ein Rad da reinzubasteln, stelle ich mir auch nicht schwer vor. Die Tastenmechanik könnte ein Uhrwerk werden. Aber ich schätze, für Dich als versierte Modellbauerin eher ein Klacks wenn Du einen Plan hast. Orientierung ist ja die Mensur auf dem Griffbrett, dann weist Du schonmal wo
die Töne lauern. ;-)

Saitensatz Cello käme dann in Frage. Die einer Violine/Bratsche sind zu kurz. Von der Originaldrehleier vermutlich auch.

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Re: Drehleier

Beitrag von Nicole Doll » Mo 20. Aug 2018, 11:39

Hallo,

hier noch ein Eindruck davon, wie meine fertige Drehleier einmal aussehen könnte. Ich denke, ich werde den Hals verkürzen müssen. Sonst kommen die Tasten so weit auseinander, dass sie nur noch schwer zu spielen sind. Dann passen vielleicht auch die Saiten einer Bratsche.

LG Nicole


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Re: Drehleier

Beitrag von Bluesky » Mo 20. Aug 2018, 11:42

Nicole Doll hat geschrieben:
Mo 20. Aug 2018, 11:39
Ich denke, ich werde den Hals verkürzen müssen.
Ganz rausbauen. Der Korpus ist lang genug für eine original - Drehleiermensur.

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